18
Apr.
Integration durch Sport: Sportland mit vielen Erfolgen und neuen Herausforderungen
18
Apr.

1991 hat das bundesweite Programm „Integration durch Sport“ (IdS) des Deutschen Olympischen Sportbundes erstmals Sportvereine in den ostdeutschen Bundesländern animiert, sich konkret für die Integration Zugewanderter in den Sport und damit in die Gesellschaft zu engagieren. Was der Sport und vor allem die beteiligten Vereine seitdem erreicht haben – für die Zugewanderten, aber eben auch für den Sport und die Gesellschaft – kann getrost als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Entsprechend zufrieden blickte die Brandenburgische Sportjugend (BSJ) im Rahmen der heutigen „35 Jahre“-Jubiläumsveranstaltung im Potsdamer „Haus des Sports“ gemeinsam mit 90 Mitstreitenden auf die zurückliegenden dreieinhalb Jahrzehnte der Integrationsarbeit im Sportland Brandenburg zurück. Dreieinhalb Jahrzehnte, in denen nicht nur hunderte Zugewanderte den Weg in den Sport in Brandenburg gefunden haben, sondern der Brandenburger Sport auch einen Weg zu den Zugewanderten. Denn: „Wir haben inzwischen ein viel moderneres Integrationsverständnis entwickelt“, so BSJ-Projektleiter Uwe Koch. „Wir wollen nicht nur, dass die Zugewanderten am Sport teilnehmen, sondern dass sie auch ihre eigenen Akzente in den Vereinen einbringen und aktiv mitgestalten.“ Machen also statt mitmachen!
Speerspitze dieser Entwicklung sind die aktuell 125 Vereine im gesamten Sportland sowie zwölf Stadt- und Kreissportbünde, die sich im Programm offiziell engagieren und deren Arbeit Uwe Koch ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. „Wir haben zusammen viele Erfolge gefeiert, auf die wir stolz sein können.“ Unterlegt wurde diese Einschätzung durch Ergebnisse einer Befragung der Stützpunktvereine durch die Beratungsfirma Syspons, die Dr. Charlotte Burghardt in einem Impulsreferat vorstellte. So gingen laut dieser Studie die Maßnahmen des Integrationsprogramms weit über das sportliche Angebot hinaus – insbesondere auch im Sportland. „Die Vereine in Brandenburg besitzen die sehr starke Fähigkeit, die Integration in kleinere Städte und auf das Land zu bringen“, bescheinigte Dr. Burghardt. „Das ist ein großer Pluspunkt für Brandenburg.“
Um diesen zu bewahren und weiter auszubauen – speziell auch mit Blick auf die Gewinnung von Zugewanderten für ehrenamtliche Funktionen in den Vereinen – braucht es aber weiter verlässliche Förderungen des IdS-Programms, so Kochs Forderung. Kristy Augustin, Vizepräsidentin Breitensport im Landessportbund und CDU-Landtagsabgeordnete, versicherte gemeinsam mit ihrer Landtagskollegin von der SPD, Ines Seiler, im Rahmen einer Podiumsdiskussion, sich trotz der Sparzwänge des Landes für die weitere Unterstützung des Programms einzusetzen. „Wir alle wissen, wie wichtig diese Arbeit ist“, so Augustin und Seiler ergänzte: „Hier bei den Vereinen im Sport werden Begegnungsräume geschaffen.“
Wie aus den gegenwärtig etwa 150 Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich im Rahmen des IdS-Programms ehrenamtlich in den Sportvereinen Brandenburgs engagieren, noch mehr werden können, wie interkulturelle Kompetenzen die integrative Arbeit noch weiter stärken können und was es braucht, um die Integrationsarbeit in den Städten und Region noch besser zu vernetzen – all das wurde in den abschließenden Workshops im zweiten Teil der Jubiläumsveranstaltung besprochen.










