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20260622_Nachruf_volbert Harry Volbert Foto: Volker Tanner | Staatskanzlei
Brandenburgs Sportfamilie trauert um Harry Volbert

Das Sportland Brandenburg – und insbesondere der märkische Wasserballsport – hat einen seiner prägendsten und verdienstvollsten Wegbereiter verloren. Harry Volbert, über Jahrzehnte Kopf, Herz und Gesicht des Brandenburger Wasserballs, ist am 19. Juni im Alter von 94 Jahren verstorben. Der Träger des Brandenburger Verdienstordens und der Ehrenplakette „Sportadler“, der höchsten Auszeichnung des Landessportbundes Brandenburg, blieb bis zuletzt Teil der großen Sportfamilie und war seinem Verein, den Potsdam Orcas, eng verbunden.

1993 hob der gebürtige Brandenburger die Wasserball-Abteilung des OSC Potsdam aus der Taufe und leitete damit die Wiedergeburt des Potsdamer Wasserballs ein. Zuvor hatte die Sportart nach dem Ende der staatlichen Förderung in der DDR Ende der 1960er Jahre rund ein Vierteljahrhundert im Dornröschenschlaf gelegen. Doch selbst diese lange Unterbrechung konnte den leidenschaftlichen Wasserballer, der als Lehrertrainer an der Sportschule Potsdam Generationen von Schwimmerinnen und Schwimmern ausbildete, nicht von seiner Passion trennen.

Was folgte, war eine märkische Erfolgsgeschichte sondergleichen. Angetrieben von Harry Volbert, der mit großem Fachwissen und noch größerem Herzblut die Entwicklung über Jahrzehnte hinweg entscheidend prägte, wurde aus einem weißen Fleck auf der deutschen Wasserball-Landkarte binnen weniger Jahre ein Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft. Zahlreiche deutsche Nachwuchsmeisterschaften, vier Bronzemedaillen in der Wasserball-Bundesliga und Nationalspieler „made in Potsdam“ stehen beispielhaft für diese Entwicklung. „Ohne Harry hätte es das alles nicht gegeben“, zitierte der Landesschwimmverband Brandenburg anlässlich der Verleihung des Brandenburger Verdienstordens im Jahr 2023 den damaligen OSC-Wasserball-Abteilungsleiter Dr. Lars Götz. „Er hat sich nie von seinem Weg abbringen lassen. Noch immer sitzt er einmal pro Woche am Beckenrand und begeistert Kinder für unseren Sport.“

Die Schwimmhalle war sein zweites Zuhause, die Wasserballerinnen und Wasserballer seine zweite Familie. Nun müssen sie ebenso wie seine Angehörigen Abschied nehmen. Das Sportland Brandenburg trauert mit ihnen und spricht der Familie sowie allen Weggefährten und Freunden sein tief empfundenes Mitgefühl aus.

Mit Harry Volbert verliert Brandenburg nicht nur einen außergewöhnlichen Trainer und Gestalter, sondern einen Menschen, der mit Beharrlichkeit, Leidenschaft und unerschütterlichem Engagement Generationen geprägt und dem märkischen Wasserballsport ein dauerhaftes Fundament gegeben hat. Sein Wirken wird weit über seinen Tod hinaus fortleben.

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