Vorbild Verein: Brandenburgs Sportvereine sind große gesellschaftliche Stütze

Erfolgsgeschichte Vereinssport
(Foto: LSB NRW)

Die Brandenburger Sportvereine sind wichtig für das Gemeinwohl, vermitteln Werte, engagieren sich für Gleichberechtigung, packen gesellschaftliche Herausforderungen an und bieten preiswerte Möglichkeiten des Sporttreibens. Zu diesen Erkenntnissen ist der Sportentwicklungsbericht 2011/2012 gekommen, der vom Deutschen Olympischen Sportbund, den 16 Landessportbünden sowie dem Bundesinstitut für Sportentwicklung getragen wird und Entwicklungen sowie Trends der deutschen Sportvereine aufzeigt.

Sportverein als Werteschmiede
Für das Land Brandenburg stellt der Sportentwicklungsbericht ein weitgehend positives Zeugnis aus. Demnach ist die gemeinwohlorientierte Grundausrichtung der Sportvereine ungebrochen. Das heißt, dass den Vereinen Werte wie Toleranz und Fair Play besonders wichtig sind. Gleichzeitig wird Gemeinschaft und Geselligkeit groß geschrieben. Der Verein ist also nicht nur ein Ort des Sporttreibens, sondern er macht unser Zusammenleben auch besser und angenehmer. Er führt Menschen zusammen, lässt sie gemeinsam Ziele verfolgen und Konflikte lösen, er bietet Platz für Freizeit und Erholung und ist Ausgangspunkt für Freundschaften, die nicht selten über das Vereinsleben hinaus gehen.

Aufgaben angepackt
Auffällig ist nach Angaben der Studie auch, dass sich Brandenburgs Sportvereine nicht vor gesellschaftlichen Herausforderungen verschließen. Im Gegenteil: sie packen sie an. Ein Beispiel hierfür ist im schulischen Bereich zu finden. So kooperiert bereits mehr als jeder vierte Verein mit einer Ganztagsschule. Einen weiteren wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl leistet das Ehrenamt. Insgesamt engagieren sich in den Sportvereinen in Brandenburg auf der Vorstandsebene Mitglieder in rund 17.800 ehrenamtlichen Positionen und weitere 1.200 in sonstigen Funktionen. Sie sind durchschnittlich fast 18 Stunden pro Monat für ihren Verein im Einsatz. Landesweit ergibt sich daraus eine monatliche Arbeitsleistung von 341.200 Stunden. Allein auf Vorstandsebene und in sonstigen Positionen resultiert daraus eine Wertschöpfung von 61,4 Millionen Euro im Jahr.

Know-how für Training und Wettkampf
Wer Sport in einem Brandenburger Verein treibt, der ist zumeist in kompetenten Händen. Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter können zahlreiche Qualifikationen vorweisen. So haben gut 45% der Vereine Trainer mit DOSB-Lizenz und mehr als 39% der Vereine Übungsleiter mit DOSB-Lizenz. Über ein Drittel der Vereine verfügt darüber hinaus über Trainer bzw. Übungsleiter mit einer anderen formalen Qualifikation.

Gesunde Vereine
Sport ist Mord? Von wegen. Die Brandenburger Sportvereine leisten mittlerweile auch ihren Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Fast jeder vierte Sportverein bietet inzwischen Programme an, die sich Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation zum Ziel gesetzt haben. Insgesamt haben 9,3% der Sportangebote einen solchen Bezug. Laut der Studie bewegen sich die Anteile an Vereinen mit Angeboten aus dem Gesundheitsbereich auf relativ hohem Niveau. Gesund sind auch viele Sportvereine selbst – und zwar in finanzieller Hinsicht. Knapp 80% von ihnen schreiben schwarze Zahlen oder haben mindestens eine ausgeglichene Einnahmen-Ausgaben-Bilanz.

Ideen sind gefragt
Trotz der guten Ergebnisse zeigt der Bericht aber auch, wo in den nächsten Monaten und Jahren angesetzt werden muss. So weist immerhin noch knapp jeder fünfte Sportverein in Brandenburg eine negative Finanzbilanz auf. Auch im Vereinsmanagement sind neue Ideen und Konzepte nötig, damit existierende Personalprobleme bekämpft werden können. Denn vor allem durch den demografischen Wandel ist die Gewinnung und Bindung jugendlicher Leistungssportler, ehrenamtlicher Funktionsträger und Übungsleiter schwieriger geworden. Hier gilt es für Vereine, Sportfachverbände und den LSB gemeinsam Lösungen zu entwickeln, damit der Sportverein auch in den kommenden Jahren ein Vorbild für die Gesellschaft und eine Brandenburger Erfolgsgeschichte bleibt.