Volunteer bei Olympia: Ein unvergessliches Erlebnis

Sie kamen mit einem bunten Erfahrungsschatz aus Sotschi zurück: Die Brandenburger Volunteers. Foto:LSB

Wochenlang taten sie alles, um beim größten Sportfest der Welt, den Olympischen Spielen, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Am Dienstag nun standen die acht Brandenburger Volunteers für Sotschi, die im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“ vom Landessportbund Brandenburg (LSB) an die Schwarzmeerküste entsendet wurden, selbst im Mittelpunkt. Nach ihrem freiwilligen Dienst bei den Olympischen sowie den Paralympischen Winterspielen wurden sie von Brandenburgs Sportstaatssekretär Burkhard Jungkamp, Parlamentspräsident Gunter Fritsch, dem Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Bildung, Jugend und Sport, Torsten Krause, sowie der sportpolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag, Barbara Richstein, feierlich empfangen.

Der Glanz ihrer Augen hatte dabei weniger mit dem neuen Landtagsgebäude, sondern vielmehr mit den Erinnerungen an die Spiele zu tun. Denn so bunt wie ihre offizielle Volunteers-Kleidung waren auch die Erfahrungen und Erinnerungen, die die Brandenburger Volunteers aus Sotschi mitbrachten. Und von denen sie in Potsdam ausführlich berichteten. „Eigentlich wollte ich beim Biathlon mitmachen“, erläuterte Natalia Haar aus Oranienburg vor den interessierten Landtagabgeordneten. „Dann bin ich aber bei Thomas Bach gelandet.“ Im Office des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gefiel es ihr schließlich so gut, dass „ich mich spontan entschlossen habe, länger zu bleiben“. So wurden aus einigen Tagen zwei Monate und aus der Freiwilligen für Olympia auch noch eine Freiwillige der Paralympics. Bereut hat sie das nicht: „Es war toll. Die Paralympischen Spiele waren noch einmal ganz anders. Da war viel mehr Seele mit bei, viel Gefühl.“

Bleibende Erinnerungen brachte auch Anton Hlinov zurück in die Mark. Bei der Brandenburger Sportjugend im Projekt „Straßenfußball für Toleranz“ ehrenamtlich aktiv, kümmerte er sich in Sotschi an Infoständen darum, dass jeder Gast den richtigen Weg fand. Wie sehr ihm die Suche nach dem richtigen Weg dabei ins Blut gegangen war, belegt ein Foto, das ihn gemeinsam mit Russlands Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew zeigt. „Als ich hörte, dass er auch auf dem Gelände ist, dachte ich erst: Da sind bestimmt ganz viele Leute um ihn herum. Da kommst du nicht ran.“ Doch mit gezückter Handy-Kamera „habe ich eine Lücke abgewartet und mich dann zwischen den Bodyguards durchgedrückt“.

Doch nicht nur die Sportwelt und die sehr freundlichen russischen Gastgeber haben die Brandenburger Volunteers, die alle einen Migrationshintergrund besitzen, neu kennen gelernt, sondern auch die eigene Heimat. „Es war eine einzigartige Möglichkeit für uns, Deutschland zu repräsentieren“, freute sich Hoang Ngan Nguyen. „Jetzt habe ich eine ganz andere Bindung zu Deutschland.“

Landtagspräsident Fritsch sowie LSB-Geschäftsführer Andreas Gerlach hörten das mit Freude. „Die Mädchen und Jungen haben uns würdig vertreten“, lobte dann auch Gerlach die freiwillige Arbeit der Volunteers, von denen einige schon auf Rio 2016 hinfiebern.