Majunke gewinnt Gold, Dreock-Käser und Brachtendorf Bronze

Es ist geschafft: Jana Majunke hat sich im Einzelzeitfahren zur Paralympics-Siegerin gekrönt und damit das erste Gold bei den diesjährigen Spielen für Brandenburg geholt. In einem klasse Rennen setzte sich die Dreiradfahrerin vom BPRSV Cottbus souverän durch und verwies die Australierin Carol Cooke sowie Clubkollegin Angelika Dreock-Käser auf die Plätze zwei und drei. Abgerundet wurde der bisher erfolgreichste Tag für das Sportland von Kerstin Brachtendorf, die im Einzelzeitfahren ihrer Kategorie ebenfalls Bronze gewann.

Den größten Erfolg ihrer Karriere aber feierte Jana Majunke. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, zeigte sich die Cottbuserin, die vor kurzem ihren 31. Geburtstag feierte, kurz nach ihrem Husarenritt überrascht über ihre Leistung. Dabei kam dieser Erfolg nicht von ungefähr, schließlich hatte sich Majunke schon bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr in starker Form präsentiert und war Zeitfahren Vizeweltmeisterin geworden – damals hinter Dreock-Käser. Diesmal platzierte sie sich vor der Clubkollegin und ließ der Konkurrenz mit mehr als 32 Sekunden Vorsprung keine Chance. Für die gebürtige Cottbuserin war es nach Bronze in Rio im Straßenrennen 2016 nun die zweite paralympische Medaille – und womöglich der perfekte Rückenwind auf dem Weg zu Edelmetall Nummer drei. Denn in das Straßenrennen von Tokio (2.9.) geht Majunke nicht nur als frisch gebackene Paralympics-Siegerin im Zeitfahren, sondern auch als amtieren Weltmeisterin im Straßenrennen.

Dort wollen dann auch die beiden Bronzemedaillen-Gewinnerinnen von heute nach ihrer nächsten Medaille greifen. Für beide verlief die Vorbereitung auf die Spiele alles andere als gut. Kerstin Brachtendorf musste vor drei Wochen außerplanmäßig operiert werden und bangte lange darum, überhaupt an den Spielen teilnehmen zu können. „In meinem Kopf war schon alles abgesagt“, sagte sie nach dem Rennen: „Jetzt stehe ich hier und habe eine Medaille, unfassbar.“ Angelika Dreock-Käser ereilte indes kurz vor den Spielen ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag, als ihr Mann starb. Ihm widmete die 44-Jährige nun ihre Medaille.