Trotz Corona: Aktive bleiben überwiegend in ihren Vereinen

Der Brandenburger Vereinssport sieht sich bisher keiner gravierenden Austrittswelle ausgesetzt. Das ist das Ergebnis der vorläufigen Auswertung zur Mitgliederstatistik des Landessportbundes Brandenburg e.V. (LSB). Doch bereits mit dem vorliegenden Zwischenergebnis ist auch klar: Die Corona-Pandemie und ihre negativen Begleiterscheinungen haben dazu geführt, dass der LSB erstmals in seiner Geschichte einen Mitgliederverlust verzeichnen muss. Nach heutigem Stand (18.02.2021) waren zu Jahresbeginn 343.747 Brandenburgerinnen und Brandenburger Mitglied in einem Sportverein. Das wären 11.443 Menschen weniger als im Vorjahr und würde einem Rückgang von 3,22 Prozent entsprechen. Die Anzahl der Sportvereine liegt aktuell bei rund 3.000 und damit auf gleichbleibendem Niveau.

Dass der Mitgliederrückgang in Brandenburg in diesem Jahr wohl angesichts der Umstände moderat ausfällt, liegt laut LSB-Präsident Wolfgang Neubert vor allem am hohen individuellen Engagement in den märkischen Sportvereinen: „Geschlossene Sportanlagen, Kontaktverbote oder strenge Hygieneauflagen – unsere Ehrenamtlichen und Aktiven wurden in den vergangenen Monaten immer wieder vor große, bisher nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Doch der Zusammenhalt untereinander, der Ideenreichtum und das Durchhaltevermögen sind noch viel größer als wir alle gehofft hatten. Digitale Sportangebote, durchdachte Hygienekonzepte oder innovative Trainingskonzepte sind und waren nur einige Beispiele für die Flexibilität der Brandenburger Sportvereine in der Krise.“

Neubert warnt aber auch, dass sich die Corona-Auswirkungen womöglich erst in den kommenden Monaten und Jahren gravierender in den Mitgliederzahlen niederschlagen könnten. „Umso wichtiger und dringender ist es“, appelliert er, „dass der Sport in Brandenburg Stück für Stück zur Normalität zurückfindet. Der Landessportbund hält dafür ein schrittweises Vorgehen für sinnvoll, das an den Brandenburger Stufenplan für die Schulen gekoppelt ist. Wir haben der Landesregierung um Ministerpräsident Dietmar Woidke dazu bereits einen ausführlichen Vorschlag unterbreitet und hoffen sehr, dass das Knowhow und die Erfahrungen des organisierten Sports berücksichtigt werden.“

Der Landessportbund Brandenburg fordert zudem die Umsetzung der schon angekündigten Coronahilfe für existenzbedrohte Vereine und eine unkomplizierte Unterstützung für die zusätzlichen Aufwendungen der Vereine bei der Realisierung ihrer Hygienekonzepte.

Sobald die endgültigen Mitgliederzahlen für das Jahr 2021 feststehen, wird der LSB diese u.a. auf seiner Homepage www.lsb-brandenburg.de veröffentlichen. Dazu werden dann auch Detailstatistiken – etwa zu Altersgruppen, Sportarten sowie den Kreis- und Stadtsportbünden – zählen.

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