Mädchen und Frauen im Sport: „Vereint geht`s besser“

Mitmachen statt zuschauen (Foto: LSB)

Was der Bauer im März macht, ist bekannt. Was die Frauen im März treiben, auch – schließlich ist zu dieser Zeit in Brandenburg Frauenwoche angesagt! Dazu passend hatte der Landesausschuss „Mädchen und Frauen im Sport“ vor kurzem zur regionalen Fortbildung in die Sabinchenstadt Treuenbrietzen eingeladen.

„Vereint geht’s besser“ lautete nicht nur das Motto für die Teilnehmerinnen, sondern auch für die Organisatoren. Denn mit Gastgeber Potsdam-Mittelmark und dem unmittelbaren Nachbarn Teltow-Fläming hatten sich zwei Kreissportbünde zusammengetan. Eine gute Entscheidung, denn so kamen weit über 30 Teilnehmerinnen zusammen.

Auf große Vorstellungsrunden wurde verzichtet, Tischkärtchen verrieten Namen und Verein. So wurde schnell klar, dass sich am Treuenbrietzener Gymnasium eine illustre Runde zusammengefunden hatte: Mädchen und Frauen jeden Alters, „altgediente“ Übungsleiterinnen und junge enthusiastische Sportlerinnen, die gerade ihre erste eigene Übungsgruppe aufbauen. Turnen und Gymnastik, Handball und Rugby, Laufen und Skaten – die Vielfalt war groß.
So unterschiedlich wie Alter und Erfahrung waren auch die Erwartungen und Kenntnisse, die die Frauen zu ihrer Fortbildung mitbrachten. Viele waren zu zweit gekommen, sodass rund 20 Vereine vertreten waren, dazu der Landesausschuss „Mädchen und Frauen im Sport“ mit seiner Vorsitzenden Britta Müller und Vertreterinnen der jeweiligen Kreissportbünde.

Nach der Begrüßung ging es gleich in das Thema schlechthin: Sportförderung. Leider spitzte manch eine zu Beginn die Ohren umsonst – denn den vielfältigen Fördermöglichkeiten vor allem für Kinder und Jugendliche, die Regina Fleischmann für den Kreissportbund Potsdam-Mittelmark schilderte, konnte Carola Pawlack für Teltow-Fläming „nur“ einen Themenschwerpunkt pro Jahr entgegensetzen. Trotzdem gab es für alle nützliche Tipps und einen ersten Austausch kreuz und quer über die Tische hinweg.

Danach forderte Henriette Stockert vom Landesausschuss zum Mitdenken und Mitmachen beim Thema Selbstbehauptung und Selbstverteidigung auf. Fazit: Sich über mögliche Gefahren, das eigene Ich und die Psyche des Gegenübers klar werden, ist mindestens so wichtig wie Techniken zur Selbstverteidigung, von denen einige im Ansatz gleich vor Ort geübt wurden.

„Ist mein Verein richtig versichert?“ werden sich viele der Teilnehmerinnen nach dem Vortrag von Arnim Michael von der Defendo Assekuranzmakler GmbH künftig wohl häufiger fragen. Er stellte die LSB-Sportversicherung vor und gab einen Überblick über Risiken und mögliche weitere Versicherungsangebote – eine in Umfang und Komplexität mehr als anspruchsvolle Thematik. Ein Glück, dass Regina Fleischmann danach mit den „Fünf Tibetern“ für aktiven Ausgleich und Entspannung sorgte.

Für eine angeregte Diskussion sorgte zum Abschluss noch das Referat von Prof. Dr. Christa Helmke über Schulsport im Land Brandenburg. Hinter den vielen Zahlen zu Ganztagsschule, Sportangeboten, Schulsportarbeitsgemeinschaften und Kooperationen mit Sportvereinen verbergen sich noch weitaus mehr Anregungen und Möglichkeiten für Vereine, als im ersten Meinungsaustausch angerissen werden konnten. Den Kitabereich mit einzubinden, lautete eine wichtige Ergänzung aus der Runde.

Trotz unterschiedlicher Vorkenntnisse und Erfahrungen waren die Frauen äußerst angetan von „ihrem“ Tag. Durch den Mix von Theorie und Praxis, von aktuellen Fragen und Grundwissen und dem lebhaften Austausch in der bunt gemischten Runde hatten alle etwas dazugelernt und neue Kontakte geknüpft. Und sicher werden sich einige auch beim diesjährigen Aktionstag für „Mädchen und Frauen im Sport“ am 28. Juni in Seelow wiedertreffen.

Martina Butzek
Märkischer Sportverein Zossen 07 e.V.