LSB-Mitgliederversammlung tagte in Lindow

Der Landessportbund Brandenburg und dessen Mitglieder haben auf der LSB-Mitgliederversammlung am Sonnabend in Lindow (Mark) auf das Sportjahr 2013 zurückgeblickt, ihren Blick aber vor allem nach vorne gerichtet. Im Mittelpunkt stand dabei das Strategiepapier „Sportland Brandenburg 2020 – gemeinsam Perspektiven entwickeln“, an dem sich die Sportentwicklung der kommenden Jahre orientieren soll. LSB-Präsident Wolfgang Neubert hatte die Mitglieder vor einem Jahr aufgerufen, an dem Papier mitzuwirken. In Lindow dankte er „all denen, die sich bereits intensiv eingebracht haben“ und rief zur weiteren Diskussion auf. „Eine gemeinsame Strategie gegenüber der Politik sowie Handlungsempfehlungen und Maßnahmepläne für die Organisation sollen uns helfen, als organisierter Sport mit einer Stimme zu sprechen und die Entwicklung der Gesellschaft in Brandenburg mitzugestalten. Die Beteiligung auf breiter Basis ist eine wichtige Grundlage und wirkt maßgeblich auf die zu erwartende Qualität.“ Die Beiträge von Landesfachverbänden, Kreis- und Stadtsportbünden sowie Vereinen sollen im Frühjahr bei einer Sportentwicklungskonferenz zu einer gemeinsamen Strategie gebündelt werden.

Die positive Mitgliederentwicklung in Brandenburgs Sportvereinen bezeichnete Neubert als „ermutigend“. Zum ersten Mal in seiner Geschichte zählte der Landessportbund in diesem Jahr mehr als 320.000 Mitglieder. In den märkischen Sportvereinen sind insgesamt 321.254 Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren organisiert – 4.100 mehr als vor einem Jahr. Damit steigt die Mitgliederzahl seit 1991 Jahr für Jahr kontinuierlich. „Im Vergleich der Organisationsgrade in Deutschland haben wir aber immer noch Nachholbedarf“, so Neubert. Er warb in diesem Zusammenhang für die geplante Beitragsanpassung, „damit wir die Rahmenbedingungen für unsere Sportlerinnen und Sportler weiter verbessern können und nicht von der agierende auf die reagierende Seite gedrängt werden. Dafür ist es wichtig, dass wir für künftige Förderungen auch die nötigen Eigenanteile leisten können.“ Die Beitragsanpassung soll von der nächsten Mitgliederversammlung im November 2014 beschlossen werden. Bei einem positiven Votum werden ab 2015 statt sechs Euro, jährlich acht Euro pro Mitglied erhoben.

Als sportliche Höhepunkte des Jahres nannte Neubert die Auftritte der Kanuten bei der Weltmeisterschaft in Duisburg und die Erfolge von Bahnrad-Sprinter Maximilian Levy. „Max Levy verkörpert seit Jahren Weltspitze und ist Vorbild für viele junge Talente. Ebenso natürlich die Kanuten Franziska Weber, Kathrin Wagner-Augustin, Sebastian Brendel, Ronny Rauhe, Peter Kretschmer oder Kurt Kuschela. Sie tragen den Ruf des Sportlandes Brandenburg in alle Welt.“ Neubert machte aber auch deutlich, dass es im Leistungssport in vielen Sportarten noch Reserven gebe. „Mit der Weiterentwicklung des Schule-Leistungssport-Verbundsystems besteht jedoch die Chance, noch weitere Sportarten in der Weltspitze zu etablieren“, so Neubert. „Talentsichtung und Talentbetreuung sind die Schwerpunkte, um dies zu erreichen. Gerade die Qualität in der ersten Förderphase kann mit unseren bescheidenen Mitteln nicht immer zufriedenstellend gesichert werden. Hier müssen noch mehr Ideen wirken, um die Entwicklung unserer jungen Sportlerinnen und Sportler zu befördern. Die Leistungssportkonferenzen und Trainerweiterbildungen gaben dazu in diesem Jahr zahlreiche Anregungen, die es umzusetzen gilt.“

Die Delegierten bestätigten anschließend den Bericht des LSB-Präsidiums sowie die Haushalts-Dokumente. Sie beschlossen für 2014 einen Gesamtetat für Landessportbund und Brandenburgische Sportjugend in Höhe von 16,89 Mio Euro.
Außerdem wurde Peter Bohnebuck als neuer Vorsitzender der Brandenburgischen Sportjugend bestätigt. Der Jugendhauptausschuss hatte ihn am 20.09.2013 gewählt. Bohnebuck folgt auf Andreas Kurz, der am 24.12.2012 verstorben war. Die LSB-Mitglieder ehrten den langjährigen BSJ-Vorsitzenden mit einer Gedenkminute.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde auch die künftige Zusammenarbeit zwischen dem Landessportbund und der AOK Nordost besiegelt. Andreas Gerlach, Hauptgeschäftsführer des LSB, und Matthias Auth, Marketingleiter der AOK Nordost, unterzeichneten dafür einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Die Krankenkasse wird den Landessportbund ab 2014 bei verschiedenen Projekten finanziell unterstützen.

Eine gute Nachricht gab es auch für den Bildungsdienstleister des Landessportbundes, die Europäische Sportakademie Land Brandenburg (ESAB). Ein Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg verkündete die offizielle Akkreditierung der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (ESAB FH) durch den deutschen Wissenschaftsrat. Die institutionelle Akkreditierung, die für private Hochschulen seit einigen Jahren verpflichtend ist, steht in engem Zusammenhang mit der staatlichen Anerkennung und bestätigt die Gleichwertigkeit der ESAB-Fachhochschule mit den staatlichen Hochschulen. Lehre und Forschung entsprechen damit den anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben. Die ESAB FH bietet ein duales Studium mit Bachelor-Abschluss für die Studiengänge Management sowie Sport/Angewandte Sportwissenschaft an.

Der Landessportbund hat auf der Mitgliederversammlung auch seinen diesjährigen Umweltpreis verliehen. Die Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verbunden ist, ging an die Flugsportvereinigung Otto Lilienthal. Der Verein pflegt seine als geschütztes Trockenbiotop ausgewiesene Flugplatzfläche besonders umweltbewusst und arbeitet dabei eng mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen. Zudem wurden auf dem Vereinsgelände Fledermausunterkünfte installiert, die die Vereinsmitglieder regelmäßig kontrollieren. Darüber hinaus wurde das Vereinsheim energetisch saniert. Das Holz für die neue CO2-neutrale Holzheizung wird von den Mitgliedern aus einem eigenen Waldstück geborgen, geschnitten und gespalten.