Golmer SportService-Kita „Am Storchennest“ feiert 75. Geburtstag

Sie ist längst eine Institution in Golm, mit der viele der Anwohner und zahlreiche ehemalige Einwohner durchweg schöne Erinnerungen verbinden. Und für alle von ihnen ist sie ein Stück Heimat: die Kita „Am Storchennest“. Jetzt wird die Kita 75 Jahre alt und viele Ehemalige sowie die 60 Kinder und 15 Erzieherinnen und Mitarbeiter, die aktuell die Kita beleben, hatten den Besuch der großen Jubiläumsparty fest in ihrem Kalender eingetragen. Zwar machte den meisten von ihnen nun die Corona-Pandemie einen Strich durch diese Rechnung. Gefeiert aber wurde in Golm trotzdem, schließlich ist es nicht die erste schwere Phase, die das ehrwürdige Haus mit seinen kleinen Bewohnern in seiner langen Geschichte durchzustehen hat. Angefangen in den Trümmern des zweiten Weltkrieges und durch die Zeit des Wiederaufbaus war die Kita „Am Storchennest“ später für viele Generationen Golmer sowohl in DDR-Zeiten als auch nach der Wende eine Wohlfühloase mit Bildungsauftrag.

Dieser bekam ab 2005 eine besonders sportliche Note, als die Einrichtung in die Trägerschaft der LSB SportService Brandenburg überging. Carola Tietz, seit 1992 Leiterin der Kita und Jahrzehnte zuvor schon als Kita-Kind in den Räumen des Hauses unterwegs: „Das bewegungs- und gesundheitsorientierte Konzept hat uns schnell überzeugt.“ Zumal die Rahmenbedingungen immer mehr verbessert wurden. Nachdem das Obergeschoss des Hauses 2004 für die Vorschulkinder ausgebaut wurde, kam 2007 ein eigener Bewegungsraum hinzu. Tietz: „Bis dahin sind wir wöchentlich mit 35 Kindern zum Universitätsstandort Golm in die Sporthalle marschiert. Der Bewegungsraum war dann wie eine Erlösung. Er wird von allen Kindern sehr geliebt.“ Neben den normalen Bewegungsangeboten können sich die Kinder hier auch im Judo, Ballsport, Rückenschule, in Musikangeboten und Englisch ausprobieren.

Auch das 1.400 Quadratmeter große Außengelände lässt kaum Wünsche offen. Überall stehen Angebote zur Verfügung, die zum Spaß an der Bewegung animieren. Und nicht nur das. „Seit kurzem können sich die Kinder auch über einen Hühnerstall und den Obstgarten mit Gewächshaus freuen“, berichtet Tietz über ein besonderes Geschenk zum 75. Geburtstag,

Der wird, wie schon erwähnt, etwas kleiner begangen als geplant. Heute (14. Mai) feierten die aktuellen kleinen Bewohner des Hauses spielend ihre Kita. Die große Party musste zwar abgesagt werden. Eine Fotoausstellung zu den siebeneinhalb Jahrzehnten Kita-Geschichte in Golm, die von Eltern vorbereitet wurde, wird es aber trotzdem geben.

Zur Geschichte: Das Haus in der Geiselbergstraße 12, das jetzt die Kita beheimatet, war anfangs ein beliebter Treffpunkt des Ortes, eröffnete dort doch 1919 die Gaststätte „Golmer Rutschberg“. Aber bald schon waren es Kinder, die für Leben in dem Gebäude sorgten. Wie Zeitzeugen berichten, wurde das Haus bereits vor 1940 als Erntekindergarten genutzt. Und diesen Zweck erfüllte es nach einer mehrjährigen, kriegsbedingten Pause auch schon bald nach den letzten Kampfhandlungen. Nur drei Wochen nach Kriegsende wurden hier die ersten Kinder betreut. Anfangs in der Trägerschaft der Gemeinde Golm, übernahm anschließend das Amt Werder/Havel und nach der Eingemeindung im Oktober 2003 die Stadt Potsdam die Verantwortung für die Kita, ehe 2005 die SportService Brandenburg, eine 100-prozentige Tochter des Landessportbundes Brandenburg, Arbeitgeber der Kita-Mitarbeiter wurde. 

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