Kanu-Glanzleistungen in Rio: Weber holt Silber, Brendel Gold

Sebastian Brendel Foto: picture alliance

Ihre Starts waren mit großen Hoffnungen verbunden, und sie haben die großen Hoffnungen mit starken Leistungen erfüllt: Sebastian Brendel und Franziska Weber (beide KC Potsdam) haben bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Gold beziehungsweise Silber gewonnen. Während Brendel im C1 über 1.000 Meter einmal mehr seine Ausnahmeposition unter Beweis stellte und seinen Olympiasieg von 2012 wiederholte, erkämpfte sich Weber gemeinsam mit Tina Dietze im K2 über 500 Meter die Silbermedaille.

Im Finale am Dienstag bewies Brendel neben seiner besonderen Athletik auch sein taktisches Geschick. So ließ er Blitzstarter Isaquias Queiroz dos Santos (Brasilien) zu Beginn des Rennens nie aus den Augen, blieb immer in Schlagdistanz und setzte sich Mitte des Laufes an die Spitze der Konkurrenz. Von dort ließ er sich nicht mehr verdrängen. Im Gegenteil: Im Endspurt legte der 28-Jährige noch eine Schippe drauf und gewann mit mehr als eineinhalb Sekunden Vorsprung vor dem Lokalmatador und Serghei Tarnovschi aus Moldawien.

Nur ein Wimpernschlag hingegen fehlte Franziska Weber und Tina Dietze an ihrer Titelverteidigung. Wenige Minuten nach Brendels Triumph war das Erfolgs-Duo glänzend in sein Finale gestartet und lag nach 200 Meter vorn. Dann übernahmen die Ungarinnen Gabriella Szabo/Danuta Kozak die Spitze, ohne sich aber entscheidend von den Deutschen absetzen zu können. Im Schlussspurt kamen Weber und Dietze dann noch einmal auf, hatten aber mit nur fünf Hundertstelsekunden das Nachsehen im Kampf um Gold und gewannen Silber. Dritte wurden Karolina Naja/Beata Mikolajczyk (Polen).

Conny Waßmuth, Klubkollegin von Weber und Brendel, hatte am Montag den Einzug ins K1-Finale über 200 Meter leider verpasst.