Frauen bewegen Vereine – LSB lädt zur Weiterbildung

Für viele Frauen im Sport ist Lindow im September immer eine Reise wert. Denn dann trifft sich dort der Landessportbund Brandenburg (LSB) mit Frauen, die in Vereinen und Verbänden sehr aktiv sind, zu seiner zentralen Frauen-Weiterbildungsveranstaltung. Unter der Überschrift „Frauen bewegen Vereine“ begrüßte Rita Marohn, stellvertretende Vorsitzende des Landesausschusses „Mädchen und Frauen im Sport“, am vergangenen Wochenende 30 Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer aus allen Teilen des Landes.

Schon nach der Begrüßungsrunde am Freitagabend wurde deutlich, wie vielfältig die Arbeit der Frauen in den Vereinen ist. Dieser Eindruck vertiefte sich dann im ersten Programmpunkt „Aus Erfahrungen lernen“. Dabei machten sich die Teilnehmer auf die Suche nach den Gemeinsamkeiten in ihrer alltäglichen Arbeit und beleuchteten damit auch gleichzeitig die regionalen Unterschiede. Der größten Gemeinsamkeit, der Liebe zum Sport, frönten anschließend alle: Beim Aktiv-Kurs „Drums Alive“ gaben die Frauen, trotz der vorgerückten Stunde, noch einmal alles.

„Tue Gutes und sprich darüber“ – mit dieser Forderung eröffnete Diana Zimmermann, Radioredakteurin und Moderatorin, am nächsten Tag Teil zwei der Veranstaltung. Dabei zeigte die Journalistin, die seit Jahren eng mit dem Brandenburger Sport verbunden ist, den besonderen, leider aber oftmals noch zu wenig beachteten Stellenwert einer funktionierenden Öffentlichkeitsarbeit von Vereinen auf. Denn während die Vereine und Verbände Tag für Tag mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit „Gutes“ für die Gesellschaft schaffen, nimmt diese nur selten davon Notiz. Der Grund: Vereine und Verbände halten sich noch zu stark mit Informationen zurück. Zu Unrecht, lautete der Tenor der Veranstaltung.

Ohne Berührungsängste, dafür aber mit umso mehr Gefühl, berichtete anschließend Paralympics-Medaillengewinnerin Maike Naomi Schnittger über sich und ihren Sport. Ergriffen verfolgten die Frauen den Bericht der 21-jährigen Schwimmerin, die mit 13 Jahren an einer Stäbchendystrophie erkrankte. „Es war damals ein Schock für mich, als die Ärzte mir das sagten. Eine Erbkrankheit, die mich mit der Zeit erblinden lässt“, blickte die Potsdamerin, die mit ihrem Trainer Christian Prochnow angereist war, vor einem gebannten Publikum zurück. „Heute hab ich nur noch ein Sehvermögen von 1,5 Prozent.“ Doch davon will sich die lebenslustige Athletin nicht unterkriegen lassen: „Ich freu mich auch auf die Zeit danach.“

Eine abschließende Wanderung durch die Ruppiner Natur und ein Abstecher in die barocke Lindower Kirche rundeten das Wochenende im Zeichen der Frauen im Sport ab, so dass das Fazit aller positiv ausfiel. „Für diesen Sport für Frauen in Brandenburg lohnt es sich, weiterzuarbeiten“, brachte es Carola Wiesner vom Gymnastikverein Cottbus auf den Punkt.