Fünf Weltmeistertitel für Potsdams Kanuten in Portugal

Feierten die Titelverteidigung im K4 über 500m: Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher und Max Lemke (von links) Bild: Ute Freise

„Die WM ist ein Zwischenschritt in Richtung Tokio“, hatte Potsdams Kanu-Cheftrainer Ralph Welke vor den Titelkämpfen in Portugal gegenüber dem Sportjournal gesagt und als Zielstellung einen kompletten Medaillensatz ausgegeben. Nach den Wettbewerben nun kann der erfahrene Coach ein dickes Häkchen hinter diese WM setzen, denn seine Aktiven hatten mehr als nur einen Zwischenschritt nach Olympia vollführt und die geforderte Medaillenausbeute sogar verdoppelt.

Dabei war es einmal mehr Sebastian Brendel, der den Welttitelkämpfen seinen Stempel aufdrückte. Der dreifache Olympiasieger vom Kanu Club Potsdam im OSC musste zwar zum Auftakt über die 500 Meter hinter Queiroz Isaquias dos Santos (Brasilien) mit Silber vorlieb nehmen, verwies dann aber auf seiner Paradestrecke über 1.000 Meter den Tschechen Martin Fuksa sowie den Brasilianer auf die Plätze und holte sich erneut den Titel über diese olympische Distanz. „Es hat alles geklappt. Ich habe versucht, das Feld von Beginn an zu kontrollieren, konnte zwischendurch sogar etwas runterschalten mit dem Wissen, die beiden im Endspurt auf Distanz halten zu können. Ich bin stolz, diesen Titel nun zum vierten Mal in Folge gewonnen zu haben“, so Brendel. Noch einen mehr, nämlich den fünften in Serie, gewann er zum Abschluss der WM über die 5.000 Meter und schraubte so die Zahl seiner WM-Titel auf zehn. Gar auf 15 WM-Titel erhöhte sein Clubkamerad Ronald Rauhe seine einmalige Erfolgsbilanz dank des Triumphes des deutschen K4 über 500 Meter. Damit ist der Falkenseer der erfolgreichste deutsche Kanute bei Weltmeisterschaften.

Ganz am Anfang einer vielversprechenden Karriere dagegen steht noch Tamas Gescö (ebenfalls KC Potsdam). Der 21-Jährige fuhr im K4 über 1.000 Meter nach der Bronzemedaille im Vorjahr nun in Portugal überraschend zu seinem ersten WM-Titel überhaupt. Vereinskollegin Franziska Weber dagegen durfte bereits über ihr viertes WM-Gold jubeln. Gemeinsam mit K2-Partnerin Tina Dietze holte sie über 200 Meter den Titel vor Neuseeland und der Ukraine. Über die lange Distanz von 5.000 Meter überzeugte am Abschlusstag auch Youngster Annika Loske. Die erst 20-jährige Potsdamerin zeigte ein couragiertes Rennen und belohnte sich mit der Vizeweltmeisterschaft. Insgesamt waren die Kanuten des Sportlandes somit an sieben der 13 deutsche Medaillen beteiligt und zeigten eindrucksvoll, dass sie Olympia 2020 schon weit mehr als nur einen kleinen Schritt näher gekommen sind.

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