Frauen bewegen Vereine

Mehr als 30 Frauen und Männer aus Stadt- und Kreissportbünden, Landessportverbänden und Vereinen versammelten sich auf Einladung des Landesausschusses „ Mädchen und Frauen im Sport“ zur diesjährigen Fortbildung „Frauen bewegen Vereine“ im Sport- und Bildungszentrum Lindow.
Zielstellung des Wochenendes war die Steigerung des Durchsetzungsvermögens. Gemeinsam wurde an Durchsetzungsstrategien gearbeitet und so manche/r entdeckte noch eigene Potenziale. Besonderes Augenmerk legten Annika Breuer und Matthias Kracht auf das Training der Stimme, die Lautstärke, Stimmhöhe, Artikulation und Modulation. Die Umsetzung erfolgte z.B. mittels Ausspracheübungen, Diskussionsrunden, Zungenbrechern und dem Vortragen herbstlicher Gedichte.
Sportlich erholsam ging es mit Stefanie Kummer zur Aquarobic ins Wasser und zur Selbstbehauptung /Selbstsicherheit in die Halle. Herzerfrischend waren besonders die praktischen Übungen von Anke Hellmann zur Selbstverteidigung, schließlich kann jede und jeder einmal in eine brenzlige Situation kommen.
Nach wie vor ein wichtiges Thema ist die Sportförderung. Noch immer wissen nicht alle, wofür man eigentlich Sportfördermittel beantragen kann. So nahmen die Frauen die Tipps und Hinweise von LSB-Referatsleiter Frank Krause gern entgegen.
Tief beeindruckt hat Marianne Buggenhagen alle Anwesenden. Deutschlands wohl bekannteste Behindertensportlerin erzählte aus ihrem Leben, über Beruf, Familie und Sport. Seit ihrem 23. Lebensjahr sitzt sie im Rollstuhl, 31 Jahre ist sie mit ihrem schwerstbehinderten Mann Jörg verheiratet. Beide führen ihren Haushalt und Garten ganz allein (außer Hecke schneiden,die ist zu hoch). Marianne ist Sozialarbeiterin in einer Berliner Klinik für Querschnittsgelähmte – und Leichtathletin mit einer internationalen Sportkarriere im Behindertensport. Marianne gewann bei fünf Paralympics – zuletzt 2008 in Peking – insgesamt neun Goldmedaillen, die sie alle mitbrachte. Sie hält Weltrekorde im Kugelstoßen, Diskuswerfen, und Mehrkampf, errang Weltmeister-, Europameister- und mehr als 120 nationale Titel. Zwei Körperbehindertenschulen tragen ihren Namen. Sie ist nicht nur eine super Sportlerin, sondern eine ganz tolle Frau.
Mit einer Wanderung zum Gudelacksee beugten die Teilnehmerinnen dem Suppenkoma vor. Am Seeufer erwartete alle eine liebevoll herbstlich hergerichtete Kaffeetafel (vorbereitet von den Mitarbeitern des Sport- und Bildungszentrums, die uns überhaupt alle Wünsche von den Augen abgelesen haben). Dabei ließen sich die Erfahrungen noch mal so gut austauschen. Auffällig: Vertreterinnen aus fast allen Bereichen sprachen den Übungsleiter-Nachwuchs als Problem an.
Fazit des Wochenendes: Für diesen (Frauen)Sport weiterzuarbeiten lohnt sich, denn er ist: spontan und originell, traditionell und überraschend, nachahmenswert und auf jeden Fall anspornend.