Experten raten zu Sport bei Multipler Sklerose

Kurz und knapp brachte es Prof. Dr. Andreas Bitsch schließlich auf den Punkt: „Sport ist außerordentlich gut und wichtig“, stellte der Chefarzt der Klinik für Neurologie der Ruppiner Kliniken beim ersten Gesundheitssportabend des Landessportbundes am 27. November in Potsdam klar und legte noch nach: „Das gilt auch bei MS.“ Damit sprach er aus, was viele der gut 40 Teilnehmer des Abends, der unter der Überschrift „Bewegung und Sport bei Multipler Sklerose“ stand, aus eigener Erfahrung nur unterschreiben können. Denn sowohl die anwesenden Übungsleiter als auch Ärzte und Erkrankte erleben in ihrem Alltag, was der Experte mit wissenschaftlichen Fakten stützte: „Sport kann den Krankheitsverlauf verbessern und Symptome lindern – natürlich nur als Ergänzung zu den Medikamenten.“

Während Sport bis vor wenigen Jahrzehnten noch als No-Go für MS-Patienten galt, hat sich diese Sichtweise in den vergangenen Jahren komplett gedreht. Darüber informierte auch Frank Merten, Vizepräsident Reha-Sport beim Behinderten- und Rehabilitationssportverband Brandenburg. Er verwies dabei auf die Nationalen Empfehlungen für Bewegung, die auch für MS-Patienten gültig sind. Genauso wie Bitsch riet er aber, Sport am besten unter der Aufsicht eines geschulten Übungsleiters oder Therapeuten zu treiben. Angebote der Brandenburger Sportvereine dafür gibt es überall im Land. Sie sind in der LSB Broschüre „Fit im Verein“ übersichtlich aufgelistet und nach Region sowie Beschwerdeart sortiert.

Die positiven Effekte auf den Krankheitsverlauf beschränken sich aber nicht nur auf Multiple Sklerose, führte Bitsch weiter aus. Auch das Risiko für andere neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Schlaganfall oder Demenz können durch regelmäßige Bewegung und Sport gesenkt werden. Daher brach Bitsch noch einmal eine Lanze für mehr Bewegung: „Das Gehirn ist wie ein Muskel. Wird es nicht benutzt, verschwindet es.“

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