Einmalig in Deutschland?

Bereits zum 3. Mal trafen sich am 14. November ca. 120 Sportfunktionsträger unterschiedlichster Ebenen und Couleur aus Brandenburg und Berlin zu einem gemeinsamen Symposium über Seniorensport. Unter dem Motto „Alter hin – Sport her“ wechselten sich im Coubertin-Saal des Landessportbundes Berlin Statements, Praxisbeispiele und Diskussion ab, ließ der Moderator den Ball geschickt zwischen Saal und Bühne hin und her fliegen.
Die ehemalige Bundesministerin Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr gab einen Einblick in die Bevölkerungsentwicklung und riss ganz praktische Aspekte vom Flaschenverschluss bis zur Erreichbarkeit von Sportstätten an. Weg von Komm-Angeboten und dahin, wo die Älteren sich ohnehin treffen, will Frank Nieder von der Sporthochschule Köln die Sportvereine führen. Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun von der Humboldt Universität Berlin lenkte das Augenmerk auf den

Wertewandel im Ehrenamt, weg von Selbstlosigkeit und Aufopferung und hin zu Gegenseitigkeit, Selbstfindung und Kompetenzerwerb, den die Vereine aus seiner Sicht bisher weitgehend ignorieren.
Dass sich eine Sportorganisation schon zum 3. Mal gezielt mit Seniorensport befasst und dabei nicht nur Funktionäre, sonder auch die Basis dabei ist und etwas sagen darf „ist ungewöhnlich, ja meines Wissens einmalig in Deutschland“, lobte die Journalistin Hanna Schweitzer die Initiative der Berliner und Brandenburger. Letztere waren in der Diskussion besonders aktiv. Dabei ging es querbeet, von der Übungsleiterentschädigung über die Frage, wie mehr Männer für den Seniorensport zu begeistern sind, bis zur Trägerschaft und Betreuung von „Seniorenspielplätzen“. Zum Abschluss nahm die Theatergruppe Spätzünder in einer bitteren satirischen Show die Hilflosigkeit der Politik angesichts einer schnell alternden Bevölkerung aufs Korn.
In drei Jahren will dann wieder der LSB Brandenburg zum „Symposium Seniorensport“ einladen.