Drei Jahrzehnte Sportland: Eine Erfolgsgeschichte wird 30

Archivbild: LSB

Der geplante Festakt fiel den Pandemie-Maßnahmen zum Opfer, die Erfolgsgeschichte des Sportlandes jedoch kann auch Corona nicht aufhalten: Der Landessportbund begeht heute seinen 30. Geburtstag und blickt trotz der aktuell außergewöhnlichen Bedingungen optimistisch in die Zukunft. „Eine der wichtigsten Eigenschaften unserer Sportlerinnen und Sportler war und ist ihr unbeugsamer Wille, ihr Ehrgeiz, sich durchzusetzen. Dass wir das können, haben wir in unserer Vergangenheit oft erfolgreich bewiesen. Und das werden wir auch weiterhin – für unsere Aktiven, für unser Sportland, für Brandenburg“, so LSB-Präsident Wolfgang Neubert.

Schon bei der Gründung in Geltow vor exakt 30 Jahren hatte der junge Landessportbund Unwägbarkeiten zu überstehen, als es galt, die Bezirksvorstände des Deutschen Turn- und Sportbundes aus Potsdam, Frankfurt (Oder) sowie Cottbus zusammenzuführen. Neubert: „Damals standen unsere Gründungsväter vor der schwierigen Aufgabe, sich neu zu erfinden. Schließlich musste das komplette Sportsystem umgestellt, die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Einer Zukunft, die noch wenige Wochen zuvor vollkommen unvorstellbar war.“

Und doch wurde diese Zukunft in einem neuen System mit seinen Chancen Wirklichkeit – und sie wurde eine erfolgreiche Wirklichkeit. Seit der Gründung stiegen die Mitgliederzahlen der märkischen Vereine kontinuierlich Jahr für Jahr, wurde das Sportland bunter. Inzwischen tummeln sich mehr als 355.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger in den mehr als 3.000 Vereinen und genießen dort den Spaß an der Bewegung. Dieser Erfolg sei aber nur möglich, so Neubert, weil mehr als 60.000 Ehrenamtliche tagtäglich für den Sport aktiv werden. „Sie sind der Garant für unsere bisher so positive Bilanz und Grundvoraussetzung für zukünftige Erfolge.“

Gleiches gilt für die Partnerschaften des Sportlandes mit dem Land und der LAND BRANDENBURG LOTTO GmbH. Ohne die von dem Duo bereitgestellten finanziellen Mittel, die der LSB über zahlreiche Förderprogramme an seine Vereine und Verbände weitergibt, wäre ein derart bunte Sportlandschaft, wie sie Brandenburg heute besitzt, undenkbar.

Sportministerin Britta Ernst weiß sowohl diese Vielfalt als auch die Verdienste des Landessportbundes darum sowie die Wirkung all dessen auf die gesamte märkische Gesellschaft zu schätzen: „30 Jahre Landessportbund ist eine große Erfolgsgeschichte für Brandenburg. Ob Breiten- oder Spitzensport, ob olympisch oder paralympisch, ob Unterstützung der Schulen oder Kindertagesstätten, ob Integration und Toleranz, Alt und Jung oder soziale Themen des Sports, der Landessportbund ist und war stets ein verlässlicher und engagierter Partner für alle sportpolitischen Themen des Landes. Ich gratuliere dem Landesportbund daher von ganzem Herzen zu seinem Jubiläum und wünsche den Sportlerinnen und Sportlern ebenso wie all jenen, die den Landessport ehrenamtlich und hauptamtlich zu einem lebendigen, unverzichtbaren Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Brandenburg gemacht haben, alles Gute für die Zukunft.“

Tatsächlich sind die Errungenschaften, die die Habenseite der Bilanz der vergangenen 30 Jahre auflistet, mannigfaltig und betreffen zahlreiche Bereiche des Sports und der Gesellschaft.

Brandenburgs Breitensport bewegt über 355.000 Aktive im Sportland. Darunter sind mehr als ein Drittel Frauen und etwa 145.000 Kinder und Jugendliche. Dabei ist der Sportverein mehr als nur ein Ort des Sports: Er ist für viele ein zweites Zuhause und Fixpunkt in einer schnelllebigen Zeit – egal, ob Junior oder Senior, ob mit oder ohne Handicap, egal ob gesundheitsorientiert oder wettbewerbsaffin. Jeder findet unter den rund 120 Sportarten das für ihn passende Vereinsangebot. Auch deshalb nimmt der Run auf die Vereine Jahr für Jahr zu. Sie vereinen Gegensätze, verbinden Generationen, sind Lernort für wichtige soziale Kompetenzen und leisten immer mehr für die Gesundheit der Brandenburger. Zumal auch das Ablegen des Deutschen Sportabzeichens im Sportland immer beliebter wird. Jährlich freuen sich rund 10.000 Märker über den Breitensportorden in Gold, Silber oder Bronze.

Die Erfolge der märkischen Aktiven im Spitzensport haben Brandenburg über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Mit rund 100 Olympiamedaillen und über 30 Mal paralympischem Edelmetall, mit unzähligen Welt- und Europameistertiteln, sind die Spitzenathleten des Sportlandes in den letzten 30 Jahren zu einem Aushängeschild geworden. Dabei sind Idole wie Maximilian Levy, Kathrin Boron, Kevin Kuske, Martina Willing oder Sebastian Brendel bodenständig geblieben und damit Motivation für tausende Talente geworden. Am Olympiastützpunkt und den Eliteschulen des Sports in Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam und Luckenwalde eifern sie ihren großen Vorbildern nach. Gleiches gilt für die tausenden Nachwuchssportler, die an rund 170 Landesstützpunkten trainieren – um vielleicht die Weltstars von morgen zu werden.

„Sport in Brandenburg“ heißt auch „Lernen in Brandenburg“. Die Bildung im Sport nimmt inzwischen eine wichtige Rolle ein. So lassen sich jedes Jahr rund 30.000 Ehrenamtliche als Übungsleiter oder Vereinsmanager ausbilden: von der Europäischen Sportakademie (ESAB), der Brandenburgischen Sportjugend (BSJ) oder den märkischen Verbänden. Doch es kommen auch immer mehr Profis hinzu: Seit 2009 haben hunderte Bachelor-Absolventen die ESAB-Fachhochschule für Sport und Management Potsdam verlassen und ihre Sport-Berufung zum Beruf gemacht. Gleiches gilt für über 760 Erzieher sowie Fitness- und Gesundheitstrainer, die an den beruflichen Schulen des Sportlandes ausgebildet wurden. Doch nicht nur Übungsleiter, Studenten und Berufsschüler lernen im Sportland – auch alle 355.000 Aktiven! Denn in jeder Trainingseinheit und Wettkampfminute werden Kompetenzen fürs Leben vermittelt. Fairness, Toleranz, Teamwork oder Respekt helfen jedem Einzelnen im Alltag und somit dem gesamten Land Brandenburg.

Der Nachwuchs ist die Zukunft des Sportlands. Und die hat längst begonnen – mit den über 145.000 Kindern und Jugendlichen, die in den Brandenburger Sportvereinen spielen, schwitzen und toben. Oft fällt der Startschuss dazu in den mehr als 1.000 Kooperationen, die die Vereine mit Kitas oder Schulen betreiben. Aber auch in den zehn Kitas des LSB geht’s per Blitzstart in ein aktives Leben. Sport pur erleben tausende Mädchen und Jungs bei den Kita-Olympiaden, bevor in den Schulen die Suche nach besonderen Talenten beginnt. Bei den Talentiaden treffen so jährlich gut 2.000 begabte Drittklässler auf neue Sportarten und starten dort nicht selten in eine kleine Karriere im Sport. Für einige geht es an den 170 Landestützpunkten der Mark noch weiter. Großer Talente-Treffpunkt sind alle zwei Jahre die Kinder- und Jugendsportspiele des Landes. Doch auch Kindern, denen Bewegung noch schwerfällt, werden die ersten Schritte erleichtert. Mit einem Förderprogramm helfen Sportland und AOK Nordost bei den ersten kleinen und großen Schritten in eine bewegte Zukunft.

Und nicht zu vergessen: Das Sportland übernimmt soziale Verantwortung. So haben Brandenburger Vereine über das Integrationsprojekt der BSJ in den vergangenen Jahrzehnten tausende Migranten in die Sportfamilie integriert. Vereine und Sportjugend sorgen mit Projekten und Programmen zudem für eine offene, demokratische und tolerante Vereinslandschaft. Besonders groß geschrieben wird der Schutz der Kinder. Die Sportjugend klärt über Gefahren auf, hilft bei der Prävention und hat ein starkes Netz aufgebaut, sollte das Wohl der Kinder in Gefahr sein. Gesellschaftlich engagiert sind auch die jährlich rund 140 Freiwilligendienstler im Sport. Sie sind unersetzliche Helfer für das Ehrenamt in den Sportvereinen, profitieren aber auch selbst: Vielen hilft der Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige Soziale Jahr bei ihrem perfekten Start in den Beruf.  

 Facebook Sportland Brandenburg