Cottbus zum Paralympischen Trainingsstützpunkt ernannt

Die gute Nachricht kam bereits Ende des letzten Jahres: Der Olympiastützpunkt Brandenburg (OSP) erhält am Standort Cottbus ein Paralympisches Zentrum für Leichtathletik. Am 18. Oktober, rund 10 Monate später, wurde der Trainingsstützpunkt nun auch offiziell ernannt. Der Vizepräsident des Deutsche Behindertensportverbandes Thomas Härtel hat in Cottbus die begehrte Urkunde an Hans-Jörg Michels, Präsident des Behindertensportverbandes Brandenburg, übergeben. „Die Erfolge der Cottbuser Behindertensportler in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen und nicht aufzugeben“, sagte er. Auch die Stadt Cottbus hatte sich viele Jahre dafür stark gemacht, das Sportzentrum barrierefrei zu gestalten.

Für den großen Einsatz der Sportler und Verantwortlichen gab es nun den Lohn. Sportministerin Dr. Martina Münch montierte zusammen mit Landestrainer Ralf Paulo das neue Namensschild in der Leichtathletikhalle. Ein symbolischer Akt, der für einen Meilenstein des paralympischen Sports im Land Brandenburg steht. Auch Münch sprach von einem bedeutenden Tag: „Dies ist eine ganz besondere Würdigung der Leistungen unserer Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung, ihrer Trainerinnen und Trainer, aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Olympiastützpunktes Brandenburg sowie der Lehrkräfte der Lausitzer Sportschule, der Vereine und besonders auch der Stadt Cottbus“.

Eine weitere gute Nachricht hatte die Ministerin schon zuvor übermittelt. Rund 1,7 Millionen Euro steuern Bund und Land für den Stützpunkt bei. Auch die Stadt will sich beteiligen. Mit dem Geld wird ein ehemaliges Fitnessstudio umgebaut, damit die Behindertensportler dort künftig physiotherapeutisch betreut werden können. Außerdem bekommt die Lausitzer Sportschule einen Aufzug, worüber sich Wolfgang Neubert, LSB-Präsident und Schuldirektor, besonders freut. Denn für Schüler mit Handicap wird der Lernalltag nun deutlich leichter.

Unter den Gästen der Eröffnung waren auch deshalb aktuelle und ehemalige Sportschüler, wie etwa Frances Hermann oder Ronny Ziemser. Die Athleten waren über die Ernennung mindestens genauso stolz wie Wilfried Lausch. Für den Chef des Olympiastützpunktes und LSB-Vizepräsidenten für Leistungssport sei die Anerkennung „eine große Ehre für uns alle und zugleich Ansporn in Richtung Rio.“ Eine Medaille bei Paraylmpischen Spielen ist für die meisten der vier Bundeskader und 15 Landeskader, die zurzeit regelmäßig am Stützpunkt in der Leichtathletik trainieren, sicherlich der große Traum. Diesen hat sich Martina Willing bereits mehrfach erfüllt und in den Wurfdisziplinen eine ganze Medaillensammlung angehäuft. Die 54-Jährige wurde im Rahmen der Verleihung für ihre herausragenden Leistungen geehrt – diesmal für ihre Gold- und Silbermedaille bei der diesjährigen Weltmeisterschaft. Auch Willing wird sich im Paralympischen Trainingsstützpunkt nun noch besser auf Rio 2016 vorbereiten können. Und spätestens dann soll es aus Cottbus wieder richtig gute Nachrichten geben