4. Symposium Seniorensport: Sportverein bleibt für Ältere attraktiv

Am idyllisch gelegenen Seddiner See und bei spätsommerlichem Wetter begrüßte der Vizepräsident des Landessportbundes Karl-Heinz Hegenbart über 100 Tagungsgäste zum 4. Symposium Seniorensport Berlin/Brandenburg. Beide Landessportbünde nahmen das „Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ zum Anlass, um das Symposium am 20. Oktober als sportpolitischen Jahres-Höhepunkt auszurichten. Unter dem Motto „Bewegtes Altern ist lohnendes Altern“ wurde der Istzustand des Seniorensports beider Länder analysiert und dessen zukünftige Ausrichtung beraten. Dafür standen Referate, Podiumsdiskussionen und Workshops auf der Tagesordnung. In seinem Grußwort präzisierte Hegenbart das grundlegende Ziel des Symposiums. So müsse man Ideen und Lösungswege entwickeln, wie „die Rahmenbedingungen für einen effektiven und qualitativ hochwertigen Seniorensport weiter optimiert werden können.“ Neue Strategien seien nötig, um „Ehrenamtliche, Seniorenbetreuer und Übungsleiter zu gewinnen, zu binden und weiterzubilden, Kooperationen aufzubauen sowie Partner und Unterstützer auf verschiedensten Ebenen zu werben“. Eine zentrale Verantwortung hätten dabei die Vereine und Verbände, so Hegenbart.

Die Vorsitzende des Seniorenrates des Landes Brandenburg Frau Professor Sieglinde Heppener stellte anschließend fest, dass die Beteiligung der Alten an der ehrenamtlichen Arbeit in Brandenburg überdurchschnittlich hoch sei. Von den über 70-Jährigen leiste fast ein Drittel ehrenamtliche Arbeit. „So wichtig wie die ältere Generation für die Familie ist, so wenig kann zivilgesellschaftliches Engagement gerade angesichts des demografischen Wandels auch in den Sportvereinen auf die Alten verzichten“, sagte Heppner. Sie warb deshalb für eine noch engere Vernetzung von Seniorenbeiräten und Sportvereinen vor Ort.

Professor Dr. Ralf Brand, Sportwissenschaftler und Sportpsychologe an der Universität Potsdam, erklärte in seinem Referat, welche Faktoren Sportvereine bei der Entwicklung und Etablierung von Angeboten beachten müssen. So seien auch die Älteren keine homogene Gruppe. Auch hier gebe es Menschen, die sich schnell auf einen sportlichen Lebensstil einlassen und welche, denen dies wesentlich schwerer falle. Sportangebote müssten daher „passgenau zugeschnitten werden“. Allerdings versicherte Professor Brand, dass die Nachfrage steige und der Verein für die Älteren attraktiv bleibe.

Warum dies so ist und wie Vereine noch mehr Ältere anlocken können, wurde dann ausführlich während einer Podiumsdiskussion besprochen, in der auch Vereine, der DOSB und der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von 1980 Jürgen Straub ihre Erfahrungen einbrachten. Im Anschluss begann die Arbeit in den fünf Workshops. Hier ging es beispielsweise um die Frage, ob der Wettkampfsport eine Möglichkeit ist, um Ältere für die Vereine zu gewinnen. Heiß diskutiert wurde auch über Ehrenamt, Ausbildung und Verhaltensänderungen im Alter. Zudem hat ein Workshop analysiert, welche Sporträume der Seniorensport benötigt. Die Ergebnisse, die abschließend im Plenum präsentiert wurden, waren vielfältig, ideenreich und anregend. Sie werden in einer Dokumentation zusammengefasst und an alle Teilnehmer verschickt.

Das Schlusswort des Symposiums gehörte der Vizepräsidentin des LSB Berlin Gabriele Wrede, die sich für die aktive Mitwirkung der Anwesenden bedankte und einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2015 gab. Dann nämlich wird die insgesamt fünfte Veranstaltung der Reihe in der Hauptstadt stattfinden. Zu guter Letzt konnten die Teilnehmer konkrete Anregungen für die Arbeit im Sportverein sammeln. Zuschauen oder gleich mitmachen hieß es beim Brainwalking (Gedächtnistraining), beim neuen Fitnesstrend Drums Alive® (Trommeln auf Pezzibällen), beim Linedance und beim Fußbewegungsprogramm „Füße gut – alles gut“.