Antworten auf sensible Fragen: Kinderschutz-Regionalkonferenz

Geschafft – mit einem letzten Aufbäumen und kurzen, schnellen Schritten schiebt sich Leonie auf der Zielgeraden noch an ihren Konkurrentinnen vorbei und gewinnt den Lauf. Überglücklich fällt sie ihrem Trainer in die Arme, der die 12-Jährige herzlich drückt, sie in die Luft schleudert und anschließend, während die Freudentränen fließen, sanft über Oberarm und Schulter streichelt. Nur wenige Meter weiter hat Lucas mit seiner Mannschaft gerade ein Spiel gegen den Lokalrivalen verloren und hockt untröstlich am Seitenrand. Auch sein Trainer ist schnell bei ihm, tröstet ihn mit einem Klaps auf den Po und wuschelt ihm über das Haar. Situationen, wie sie im Sport gang und gäbe sind.

Doch was ist, wenn die Hand plötzlich häufiger den Weg zum Sportler findet, wenn die Umarmung zu innig ausfällt, das Streicheln zu intensiv? Wann ist die Grenze erreicht? Was ist, wenn plötzlich das Gerücht aufkommt, dass da mehr ist als nur die normale Beziehung zwischen Trainer und Sportler? Fragen, auf die die Berlin-Brandenburgische Regionalkonferenz „Für den Kinderschutz – Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“, zu der die Landessportbünde Brandenburg und Berlin für den 14. Oktober nach Eberswalde einladen, Antworten weiß. Denn es sind sensible Fragen, auf die Vereine oft keine Antworten haben und schnell in Unsicherheit verfallen. Und bei denen Gefühle schnell hochkochen. Kein Wunder, denn bei einem Verdacht auf sexuelle Übergriffe auf Kinder oder Jugendliche geraten meist alle Beteiligten unter großen Handlungsdruck. Dabei reicht der Spannungsbogen oft vom Dramatisieren und möglichem übereiligen Handeln bis hin zur Bagatellisierung und der Versuchung, nicht hinzusehen. Beides kann schwerwiegende Folgen haben – sowohl für ein betroffenes Kind als auch für einen zu Unrecht beschuldigten Übungsleiter.

In den Workshops und Fachvorträgen der Regionalkonferenz erklären erfahrene Referenten, welche Präventionsmöglichkeiten es gibt, wie man in einem Verdachtsfall richtig reagiert, welche Folgen ein Missbrauch für betroffene Kinder haben kann oder auch welche Gefahren in digitalen Medien lauern.

Anmeldungen für die Konferenz sind noch bis zum 12. Oktober möglich.